Text über Linux, den ich mal vor Jahren geschrieben habe:
Linux ist ein ursprünglich von Linus Benedict Torvalds, einem finnischen Studenten, entwickelter Unix-artiger Betriebssytem-Kernel, der als freie Software verfügbar ist. Ein Betriebssystem sind die grundlegenden Programme, die ein Computer zum Arbeiten benötigt. Der wichtigste Teil ist der Betriebssystem-Kern (Kernel). Der Kern ist das Programm, das für alle Basisaufgaben und für das Starten von anderen Programmen zuständig ist.
Irgendwann im Januar 1991 kaufte sich Linus Torvalds einen 386-Rechner mit der Absicht, ein wenig mit den Multitasking-Fähigkeiten des Prozessors herumzuspielen. Da er sich das kommerzielle Unix (ein ursprünglich im Jahre 1969 entwickeltes Multi-Tasking - Multi-User Betriebssystem) nicht leisten konnte und über die fehlenden Möglichkeiten von Minix (einem kleinen Unix-System von Andy Tanenbaum) frustriert war, begann er sein eigenes Betriebssystem zu entwickeln.
Die erste Version kündigte Linus in der Minix-Newsgroup “comp.os.minix” an (seine Nachricht können Sie sich hier ansehen) und konnte so auf Anhieb andere Leute für seine Idee begeistern.
Anfangs verwendete Linus den Namen “Freax” (in diesem Wort steckt “Free”, “Freak” und das “x” von “Unix”). Ari Lemmke, damals Verwalter des ersten Linux-FTP-Archivs, hielt diesen Namen aber für so “dämlich”, dass er “Linux” verwendete und dies war von nun an auch der Arbeitstitel.
Was 1991 als Hobby begann, wurde innerhalb kürzester Zeit eines grössten Software-Projekte. Heute wird der Linux-Kernel von einem weltweiten Netzwerk von tausenden freiwilligen, meist für diese Arbeit unbezahlten, Programmierern weiterentwickelt und von vielen Firmen in aller Welt vertrieben. Es ist eine vollwertige Alternative zu kommerziellen Betriebssystemen geworden. Die Hauptvorteile liegen in der Stabilität und der Sicherheit.
Was bedeutet frei?
Linux und ein Großteil der Software dafür ist frei im Internet verfügbar und steht unter den Bedingungen der GNU General Public Licence (kurz GPL). Freie Software hat etwas mit Freiheit zu tun, nicht mit dem Preis. Die Philosophie freier Software geht zurück auf den Grundgedanken des freien Austausches von Wissen und Gedanken, wie er im Feld der Wissenschaft zu finden ist. Das Weiterreichen dient einem evolutionären Prozess, über den Gedanken weiterentwickelt werden.
In den 80er gelang es Richard M. Stallman erstmals dies auf Software zu formalisieren. Er fomulierte sie in Form von vier Freiheiten:
- Die Freiheit, ein Programm für jeden Zweck einsetzen zu dürfen.
- Die Freiheit, untersuchen zu dürfen, wie ein Programm funktioniert und es den eigenen Bedürfnissen anzupassen.
- Die Freiheit, Kopien anzufertigen und weitergeben zu dürfen.
- Die Freiheit, das Programm verbessern zu dürfen und diese Verbesserungen allgemein zugänglich zu machen, damit die ganze Gemeinschaft davon profitieren kann.
Freie Software oder auch Open Source Software verfügt im Gegensatz zu herkömmlicher Software über offene Quellen (Open Source). Dies ermöglicht, dass der Quelltext (das Programm in seiner ursprünglich, für den Menschen lesbaren Form) von vielen tausend Programmierern auf der ganzen Welt kontrolliert, auf Sicherheitslücken geprüft und verbessert werden kann. Freie Software ist daher vollkommen nachvollziehbar und verifizierbar und enthält (oft) weniger Fehler. Closed-Source-Software, bei der der Quelltext nur dem Hersteller zugänglich ist, kann nicht von den Anwendern überprüft werden.
Die GPL verbietet es Werke die das Programm oder Teile davon enthalten, zu veröffentlichen, ohne wiederum den Quelltext unter die Bedingungen der GPL zu stellen. So können alle davon profitieren.
Einsatzmöglichkeiten
Auch ein Grossteil der Software für Linux ist frei verfügbar. Somit bietet Linux gerade für kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit Softwarelösungen einzusetzen, die aufgrund von Investitionskosten beim Einsatz von anderen Betriebssystemen nicht wirtschaftlich wären. Linux bietet als Server- und Desktop-Betriebssystem verbesserte Verfügbarkeit, Sicherheit und Stabilität. Durch die große Anzahl von Entwicklern gibt es ausserdem eine deutlich schnellere Identifikation von Fehlern und Sicherheitslücken sowie deren Beseitigung.
Linux lässt sich auch hervorragend zusammen mit anderen Betriebssystemen (z.B. MS Windows) einsetzen.
Besser als MS Windows?
Microsoft macht immer wieder Versprechungen wie “noch sicherer”, “noch stabiler”, “noch einfacher” usw. Gerade Microsoft ist dafür bekannt, dass oft mehrere Tage oder Wochen (manchmal sogar Monate) vergehen bis eine gefundene Sicherheitslücke behoben und ein entsprechendes Sicherheits-Update bereitgestellt wird. Für die deutsche Version der betroffenen Software dauert dies oft noch länger. Auch erscheinen immer mehr Programme auf dem Markt, die persönliche Daten zurück an den Hersteller oder sogar an Dritte senden. Zwangsregistrierung ist ein weiteres negatives Beispiel. Durch die Verfügbarkeit des Quellcodes und die Vielzahl der Programmierer gibt es diese Probleme bei freier Software nicht.
Firewall- und Kryptographiesysteme sowie andere sicherheitsrelevante Systeme sollte man nur einsetzen, wenn man deren Vertrauenswürdigkeit überprüfen kann. Genau das geht nur bei Open Source (offenen Quellen).
Nachteile von Linux
Die Installation von Software ist meist aufwändiger als bei vergleichbarer Software für Windows. Der Vorteil, den man mit der aufwändigeren Installation bekommt, ist jedoch eine überragende Stabilität. Für einige Windows-Programme gibt es keine vollwertige Linux Alternative, oder sie steht noch im Anfangsstadium der Entwicklung. Ausserdem ist die Administration eines Linux-Systems wesentlich komplizierter, dafür aber nicht so Zeitaufwändig wie bei einem Windows-System.
Linux Distributionen
Eine Linux-Distribution ist eine Einheit, die aus dem eigentlichen Linux-Kernel, seinen Zusatzprogrammen und oft aus weiterer Software sowie einem Installations-Programm besteht. Sie ermöglicht eine schnelle und bequeme Installation von Linux und weiterer Anwendersoftware. Linux-Distributionen unterscheiden sich vor allem durch folgende Punkte: kommerziell oder nicht kommerziell? Welches System wird zur Installation, Konfiguration und Wartung von Software verwendet? - Sowie die Anzahl und Aktualität der mitgelieferten Programme und Bibliotheken.
Während hinter den meisten Distributionen Firmen oder kleine geschlossene Gruppen stehen, stellt Debian eine Ausnahme dar: Debian wird - genau wie Linux - ausschliesslich von freiwilligen, meist unbezahlten Programmierern aus aller Welt entwickelt und gepflegt. Das Debian-Projekt legt besonderen Wert auf Stabilität und die Einhaltung der Regeln für freie Software. Besonders bekannt ist Debian für die hervorragende Paketverwaltung und deren Möglichkeiten das ganze System automatisch auf den neuesten Stand zu bringen. Unter anderen in diesem Aspekt war Debian für andere Distributionen richtungsweisend und ist diesen noch immer voraus.
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